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Urvolk Hunnen

Ursprung

Die Hunnen waren zentralasiatische Reitervölker, die als Nomaden, später als Halbnomaden lebten. Ihre Heimat war ursprünglich das Gebiet zwischen dem heute kirgisischen Yssykköl-See und der heute mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Sie sollten in der asiatischen und europäischen Geschichte grosses Gewicht haben.
In vorchristlicher Zeit waren sie wahrscheinlich für die Chinesen das Volk der Xiongnu. Die Chinesen besiegten sie im ersten Jahrhundert vor Christus, worauf viele von ihnen nach Westen zogen. Um 370 unterwarfen sie die Alanen in Nordkaukasien und die Ostgoten. Unter König Attila gehörte ihnen ein grosses Reich nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meeres. Das Byzantinische Reich geriet in ihre Abhängigkeit. Ihre Raubzüge waren furchterregend, sie stiessen bis Südfrankreich und Rom vor. Schliesslich wurden sie 451 von den Römern und Westgoten auf den Katalanischen Feldern besiegt. Nach Attilas Tod 453 begann das Reich der Hunnen sich aufzulösen.


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Die asiatischen Hunnen

Die Herkunft der Hunnen hatte die ältere Forschung noch mit dem Untergang des Hsiung-nu-Reiches in Verbindung gebracht. Das Hsiung-nu-Reich entzweite sich um die Mitte des 1. Jahrhunderts in einen südlichen und einen nördlichenTeil. Der Süden wurde zu einem chinesischen Protektorat, während der Norden gegen Ende des 1. Jahrhunderts unterging.

Der eigentliche „Hunnensturm“ begann im 4. Jahrhundert: 350 begannen die Chioniten, eine hunnische Gruppe, das Sassanidenreich unter Schapur II anzugreifen. Sie eroberten Baktrien und drängten die Kidariten (das sind Reste der Yüe-tschi unter Kidara) nach Afghanistan und Nordindien. Schapur II schlug die Chioniten, die 359 als Hilfstruppen im römisch-persischen Krieg dienten und an der Belagerung der Festung Amida teilnahmen. Ihnen folgten die Hephtaliten (weisse Hunnen, jedoch keine Europäer), die 425 den Syr-daja überschritten und bis 450 die Chioniten beherrschten. 451 oder 484 endete auch die Zeit der Kidariten. Die Weissen Hunnen waren am Niedergang des Indischen Grossreichs der Gupta beteiligt und hatten auch Differenzen mit Persien (484 starb der Sassanide Peroz I., 498/99 waren sie in die sassanidischen Thronstreitigkeiten involviert).



Die europäischen Hunnen (Schwarze Hunnen)

Zur Zeitwende beherrschten mit den Skythen verwandte Sarmaten die Steppe Osteuropas, im 3. Jahrhundert kamen die Goten dazu. Dann lösten die Schwarzen Hunnen in den 70er Jahren des 4. Jahrhunderts eine grosse Völkerwanderung aus. Eine Klimaveränderung liess die Nahrung für die Herden knapp werden. Dies alles ist jedoch nur spekulativ. Unter ihrem Führer Balamir überschritten die Hunnen die Wolga. Sie besiegten 374 das Reich der Alanen und schlossen ein Bündnis mit ihnen. Auf der Tauris-Halbinsel, der Krim, zerstörten sie 375 das Reich der Greutungen Ermanarichs (vgl. vor allem Ammianus Marcellinus, 31, 2f.). Ein Teil der Greutungen floh nach Westen (5).

Dann erreichten die Hunnen die Grenzen des oströmischen Reiches, die Terwingen flohen 394 aus dem Schwarzmeergebiet. Die oströmische Bevölkerung nannte die Schwarzen Hunnen Tartaren, was später für alle asiatischen Reitervölker galt. Das Wort Tartaros wird mit den Teuflischen übersetzt, abgeleitet von der griechischen Hölle oder Unterwelt. Die Hunnen brachten eine asiatische Krankheit nach Europa: Die Pocken.

Die Schwarzen Hunnen machten auf ihre Feinde einen dämonischen Eindruck. Sie zerschnitten – nach Angaben des Jordanes – den männlichen Kleinkindern die Gesichter, um den Bartwuchs zu verhindern. Die Krieger schmierten sich Schwarzerde in die Kampfwunden, damit sich dickhäutige Narben bildeten. Auch formten sie hohe Turmschädel. Solche wurden in Thüringen und am Talas (Kirgistan) gefunden. Die Schwarzen Hunnen wurden kahlgeschoren – ein Zeichen der Unterwerfung -, nur der „Khagan“, der Hordenführer durfte langes Haupthaar tragen.

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